Erste Niederlage für Stacey Ross, aber zwei Siege für den SC Monopol Frankfurt
Montag, 16. November 2009

7. und 8. Spieltag der 2. Bundesliga Herren Süd

Bei optimalem Verlauf eines Squash-Spiels gewinnt man schon mit 33 Einzelpunkten. Wenn aber der Verlierer 55 Einzelpunkte auf seinem Konto hat, muss schon Außergewöhnliches passiert sein. Aber der Reihe nach:
Beim Heimspiel am Samstag gegen 1. Squash-Land Schwandorf musste der Gast verletzungsbedingt auf seinen Spielertrainer Oliver Rucks verzichten. Rucks, der Ende der 90er-Jahre beim SC Monopol in der 1. Bundesliga gespielt hatte, war aber trotzdem mit seiner kompletten Familie angereist und so kam es zu einem harmonischen "Familientreffen" in der Squash-Insel mit vielen Freunden und Bekannten aus früheren Tagen. Aber bei aller Harmonie: Gewinnen wollte dann doch jeder Spieler! 
An Position 4 wurde Torben Steinfeld nach schnell gewonnenem ersten Satz etwas leichtsinnig und verlor gegen einen stark aufkommenden Norbert Quol die Durchgänge 2 und 3.  Die letzten beiden Sätze gingen aber wieder klar an Steinfeld, auch weil bei Quol nach gerade überstandener Erkältung die Kräfte etwas nachließen.
Das zweite Spiel an Position 3 konnte ein gut verbesserter Ünver Metin mit einer sehr konzentrierten Leistung überraschend klar mit 3:0 gegen den 22-jährigen Christian Lasin für sich entscheiden.
Das Highlight des Tages war dann das Spitzenspiel des ehemaligen Weltranglisten-39. Stacey Ross (Bild) auf Frankfurter Seite gegen den Schwandorfer Simon Parke, der in der Weltrangliste auch schon mal auf Position 3 (!) geführt wurde.
Vor 120 restlos begeisterten Zuschauern entwickelte sich hier ein hochspannender Krimi, der fast 2 Stunden dauern sollte. Die Sätze 1 und 2 wurden erst im Tie-Break entschieden und auch die Sätze 3 und 4 waren hart umkämpft, mit jeweils abwechselndem Ausgang für beide Spieler. Der fünfte Satz musste also die Entscheidung bringen: Beim Stand von 10:6 schaffte es Ross aber nicht, einen seiner 4 (von insgesamt 6) Matchbälle zu nutzen. Simon Parke war dann im Tie-Break mit 15:13 der glückliche Sieger, aber alle Beteiligten waren sich am Schluss einig, dass dieses Spiel eigentlich keinen Verlierer verdient hatte. 
Für Ross war es im 26. Spiel für den SC Monopol Frankfurt die erste Niederlage, aber seine Mannschaftskameraden sprangen für ihn in die Bresche. Im letzten Spiel des Tages konnte Kai Wetzstein mit einem überraschend klaren 3:0 gegen den eigentlich stärker eingeschätzten Norbert Straub den Sieg für den SC Monopol sicherstellen.



Beim Hessenderby am Sonntag in Maintal bekam es Torben Steinfeld mit dem erfahrenen Michael Gäde zu tun (der übrigens auch in den 90er-Jahren schon für den SC Monopol unterwegs war). Aber die ganze Erfahrung und alle, teilweise auch grenzwertigen (sorry, Michi!) Tricks, konnten Steinfeld letztendlich nicht aus dem Konzept bringen. Nach drei Sätzen, die erst im Tie-Break entschieden wurden, konnte er sich, auch dank besserer Fitness, im 4. Satz durchsetzen.
Im zweiten Spiel konnte sich im Duell der Ex-Gießener der ehemalige "Schüler" Ünver Metin (25 Jahre) gegen seinen ehemaligen "Lehrer" Felix Paal (49 Jahre) ebenfalls mit 3:1 durchsetzen. Auch hier spielte natürlich die Fitness eine Rolle, aber "tu mir ein Gefalle": "Hut ab" vor der Leistung des Senior-Meisters Felix Paal!
Im Spitzenspiel rechneten jetzt eigentlich fast alle mit einem relativ ungefährdeten Sieg von Stacey Ross gegen den österreichischen Meister Aqeel Rehman, zumal er in der letzen Saison noch mit 3:0 gewonnen hatte. Aber auch in diesem Match musste Ross wieder 55 Punkte machen, um am Ende das Glück aber auf seiner Seite zu haben. Während Ross noch den 5-Satz-Krimi vom Vortag in den Beinen hatte (und vielleicht auch seinen Gegner etwas unterschätzte), packte Rehman sein bestes Squash aus und hatte auf fast jede "Frage" von Ross noch eine entsprechende Antwort. Auch hier ging der 5. Satz in den Tie-Break, den Ross dann mit 14:12 für sich entscheiden konnte.
Mit dieser 3:0-Führung im Rücken konnte Kai Wetzstein gegen Anders Adamson dann ohne Druck aufspielen und locker mit 3:0 gewinnen. Bei einem anderen Spielstand wäre Wetzstein sicherlich etwas nervöser gewesen, weil er 15 Jahre für die Yellow Dots gespielt hatte und dies sein erstes Spiel als Mitglied einer gegnerischen Mannschaft in Maintal war.

 
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